Über Klosterruine und Klostermuseum Varnhem
Die Geschichte der Zisterzienser in Varnhem
Ein Besuch der Ruinen des Klosters Varnhem bietet eine faszinierende Reise zurück ins Mittelalter. Hier können Sie die Überreste der komplexen Anlage erkunden, die einst das Zentrum der klösterlichen Aktivitäten bildete. Beim Wandern zwischen den erhaltenen Mauern gewinnen Sie ein Verständnis dafür, wie sowohl das geistliche als auch das praktische Leben in einem der bedeutendsten Klostergebiete des Landes organisiert war.
Die Bedeutung der Laienbrüder für den Betrieb
Ein zentraler Teil der Anlage war der Trakt der Laienbrüder. Diese waren für die weltlichen Angelegenheiten des Klosters zuständig, wie Landwirtschaft, Bauwesen und Handwerk. In den Ruinen lassen sich heute noch Spuren ihres Alltags entdecken. Der Trakt enthielt unter anderem einen Versammlungssaal, der dem Kapitelsaal der Mönche entsprach, sowie Arbeitsräume und Vorratslager. Im Obergeschoss befand sich der Schlafsaal der Laienbrüder.
Ein interessantes architektonisches Highlight ist der südliche Raum des Trakts, wo der gemauerte Wasserkanal des Klosters direkt durch den Boden verläuft. Historiker vermuten, dass dieser Raum als Sanitärbereich des Klosters diente, was von einer für die damalige Zeit sehr fortschrittlichen Infrastruktur zeugt.
Der Kreuzgang – Das Herzstück der Kommunikation
Der rechteckige Kreuzgang, auch Ambitus genannt, verband die verschiedenen Teile des Klosters miteinander. Dieser überdachte Gang mit seinen Kreuzgewölben und Fenstern war zum offenen Klosterhof hin ausgerichtet. Der Kreuzgang war mehr als nur ein Verbindungsweg; er hatte eine große liturgische Bedeutung und wurde für Prozessionen genutzt. Zudem gab es hier feste Steinbänke entlang der Wände, auf denen die Mönche sitzen konnten. Vom Kreuzgang aus führten zwei separate Eingänge in die Kirche: ein westlicher für die Laienbrüder und ein östlicher für die Chormönche.
Die Küche und frühe Ingenieurskunst
Die Klosterküche war einer der wichtigsten Räume und birgt spannende Details zur damaligen Technik. Hier befand sich die einzige Wärmequelle des Klosters – eine große Feuerstelle. Es gibt Hinweise darauf, dass die Feuerstelle mit einem sogenannten Hypokaustum-System verbunden gewesen sein könnte, bei dem erwärmte Luft über Kanäle geleitet wurde, um andere Gebäudeteile zu beheizen.
Die Küche war zudem mit einer fortschrittlichen Wasserversorgung ausgestattet. Durch Bleirohre wurde sauberes Wasser in die Räumlichkeiten geleitet, während Abwasser aus der Küche über einen Kanal in das Hauptsystem des Klosters abtransportiert wurde. Wer konkrete Beweise für diese mittelalterliche Ingenieurskunst sehen möchte, findet Teile dieser Bleirohre im Klostermuseum ausgestellt.
Schnellinfos
Auf der Karte
Die gestrichelte Linie zeigt die Entfernung vom Valle Camping.
